Kleines Törtchen trifft Tigertörtchen: Cake Pop-Backkurs in Berlin

Wenn man so lang zusammen ist, wie der größte Unterstützer meines Backwahns und ich, könnte man meinen, irgendwann gehen uns die Geschenkideen zu Weihnachten aus. Stimmt aber nicht. Dieses Jahr hat er sich wieder selbst übertroffen: Mein Mann buchte für uns beide und zwei Freunde einen exklusiven Backkurs im süßen Cupcake- und Cake Pop-Laden Tigertörtchen in Berlin (da verbachten wir einige Tage nach Weihnachten). Wie abgefahren!! Mit professionellem Werkzeug und unter genauer Anleitung durften wir drei Stunden lang wunderschöne Cake Pops machen. Ich hab mich gefreut wie verrückt!

Cake Pops habe ich bisher immer bewundert, aber mich noch nicht drangewagt. Ich mach’s mir ja manchmal gern einfach, und Cake Pops sind das Gegenteil von unaufwendig. Das liegt hauptsächlich am Kuvertüre-Überzug, der genau temperiert werden muss. Aber dazu später…

Unser Backkurs beginnt an einem Sonntag Abend um 19.30 Uhr im malerischen Nikolaiviertel. Dort befindet sich das Café Tigertörtchen, klein und süß und mit Karotapete und bunten Bildern hübsch gestaltet. Geschäftsführer und Inhaber Stefan begrüßt uns sehr nett mit Cappuccino und heißer Schokolade und stellt sich und sein Café vor. Das Tigertörtchen, 2011 gegründet, bietet an sechs Tagen in der Woche süße und herzhafte Cupcakes (und was für eine Auswahl! Würde mich gern einige Tage durch das Sortiment futtern…), Cake Pops und Push Up-Törtchen an. Außerdem kreiert Stefan wunderschöne Sweet Tables für Hochzeiten und andere Feste. Sehr sympathisch…

In der großen Backstube im hinteren Teil des Cafés steht schon alles bereit, so dass wir gleich den Schneebesen schwingen können. Stefan erklärt uns zunächst das Grundprinzip der Cake Pops: Es handelt sich um einen Rührteig, der zu Kugeln geformt, auf Stiele gesteckt und mit Schokolade überzogen wird. Verzierungen wie Zuckerstreusel, Glitzerzucker und bunte Perlen machen den Kuchen am Stiel besonders hübsch.

Das Rezept für den Rührteig liegt schon bereit und wir starten damit, die Zutaten zu mischen. Da es sich um einen kompakten Teig handelt, der sich später gut formen lassen muss, wird er nicht mit Butter, sondern mit Öl zubereitet. Bei Rührteig, der für fluffige und voluminöse Kuchen hergestellt wird, wird die Butter meist mit dem Zucker schaumig aufgeschlagen. So gelangt Luft in die Masse, was den Teig leichter und lockerer werden lässt. Das sparen wir uns hier, denn für den Cake Pop soll der Teig etwas fester sein. Also mischen wir einfach die trockenen Zutaten in einer Schüssel, geben die nassen Zutaten hinzu und rühren alles kurz mit dem Schneebesen in der Küchenmaschine durch. So entsteht ein flüssiger Teig (in unserem Fall ein kräftiger Schokoladenteig), den wir in flache Formen gießen. Ab in den Backofen damit, in 11 Minuten backen (bei tieferen Formen etwas länger) und auskühlen lassen.

            

Der fertige Kuchen wird komplett zerkrümelt. Weil der Teig so schön “lätschig” ist, wie Stefan sagt, entsteht eine dicke Masse. Davon stechen wir einzelne walnussgroße Portionen ab und formen diese zu Kugeln. Und das hat es in sich! Denn die Oberfläche der Kugeln muss völlig glatt sein, sonst sieht man später Rillen und Risse durch den Schokoladenüberzug. Meine Kugeln lassen wirklich zu wünschen übrig, aber Stefan erklärt mir den Trick: Zuerst die Teigportion zwischen den Handflächen fest zusammendrücken, so dass sie ganz kompakt wird, dann langsam mit Druck anfangen zu rollen, so dass eine glatte Kugel daraus wird. Nun gut, mit etwas Übung wird es bestimmt besser…

In die Kugeln stechen wir mit Stielen Löcher ein. Dann kommt das Komplizierteste: das Temperieren der Kuvertüre. Damit diese auf den Cake Pops ihren schönen Glanz erhält, schnell fest wird und keinen Grauschleier bekommt, muss ein bestimmter Ablauf eingehalten werden. Die Kuvertüre wird im heißen Wasserbad bei 40 bis 45 Grad (weiße Kuvertüre eher im unteren Bereich, dunklere im höheren Bereich)geschmolzen und dabei ständig umgerührt. Es ist sehr wichtig, dass sie nicht zu heiß wird, denn sonst verbrennt sie und lässt sich nicht mehr verarbeiten. Dann lassen wir die Kuvertüre abkühlen, und zwar auch unter häufigem Rühren. Das kann eine ganze Weile dauern, in unserem Fall waren es etwa 15 bis 20 Minuten. Dunkle Kuvertüre soll bis auf 28 bis 30 Grad abkühlen, Vollmilchkuvertüre auf 27 bis 28 Grad und weiße Kuvertüre auf 26 bis 27 Grad. Dazu braucht man natürlich ein Thermometer. Das hab ich mir bisher immer gespart, aber nun gelobe ich Besserung! Nächste Anschaffung: Zuckerthermometer!

Ob die Kuvertüre bereit ist zum Verarbeiten zeigt der Löffeltest: Wir tauchen einen Esslöffel in die süße Masse und legen ihn zum Erkalten auf die Arbeitsfläche. Wenn die Schoki innerhalb von 5 Minuten so fest ist, dass man keine Fingerspuren erkennt, wenn man sie antippt, ist sie gut. Als Hilfestellung schreiben wir die Temperatur und die Uhrzeit auf den Löffel – so wissen wir genau, wann wir testen müssen. Hat die Kuvertüre die richtige Konsistenz wird sie wieder ein ganz klein bisschen erwärmt. Stefan erklärt, dass sich so die Kakaobutter in der Kuvertüre besser verteilt und kein Grauschleier entsteht. Dunkle Kuvertüre soll bis auf 31 bis 32 Grad erwärmt werden, Vollmilchkuvertüre auf 29 bis 30 Grad und weiße Kuvertüre auf 28 bis 29 Grad. Allerdings kann man es nicht oft genug sagen: Das Rühren ist mit das Wichtigste! Also, immer im Uhrzeigersinn…

Jetzt stechen wir die Cake Pop-Stiele, deren Spitze vorher mit Schokolade überzogen wurden, in die Teigkugeln und tauchen diese direkt in die flüssige Kuvertüre. Dafür muss die Kuvertüre in einer Schüssel sein, die tief genug zum Tauchen ist, logisch. Die überflüssige Kuvertüre wird kopfüber (der Cake Pop, nicht der Bäcker) abgeschüttelt. Um “Nasen” an der Spitze zu vermeiden, drehen wir den Cake Pop mit dem noch flüssigen Überzug noch etwas, so dass sich die Oberfläche glättet. Jetzt kommt das Mädchenprogramm: die Verzierung! Unsere Freundin Martina stürzt sich gleich auf den Glitzerzucker, der ein bisschen wie Schneekristalle aussieht, ich beginne mit bunten Streuseln. Drübergestreut, zum Trocknen in ein vorbereitetes Holzbrett mit Löchern gesteckt und gefreut!

Und ich muss sagen, der Aufwand lohnt sich! Dieses leichte Knacken der Schokolade, wenn man in den Cake Pop beißt, ist so toll! Ein bisschen wie das erste Magnum-Eis der Saison. Die kleinen Kuchen am Stiel sind übrigens nicht zu unterschätzen: Sie sehen so niedlich und unschuldig aus, aber sättigen unglaublich. Selbst ich bin nach einem Cake Pop gut voll.

Die Cake Pops halten sich kühl (nicht im Kühlschrank) gelagert etwa zwei Wochen. Dazu darf die Kuvertüreschicht allerdings nicht beschädigt sein oder Löcher und Lücken am Stiel haben, denn sie konserviert den Teig.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie toll diese Masse an Cake Pops aussaht und wie viel Spaß wir hatten! Vielen Dank an Stefan von Tigertörtchen, Dietrich und Martina für den schönen Abend und natürlich an den größten Unterstützer meines Backwahns!

Was sagt ihr zu den Cake Pops? Habt ihr auch schon mal einen professionellen Backkurs gemacht? Erzählt mir davon!

Süße Grüße!

2 Comments

  1. Das klingt nicht nur gut…ich habe Dein Werk eben getestet: Eine Sünde wert!! Ein wirklich tolles Weihnachtsgeschenk, von dem wir alle ein wenig profitieren 🙂

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