Back-Special: Eine Dose voll Glück – Großmutters Vanillekipferl

Manche Gerichte, eine bestimmte Art von Gebäck oder Süßigkeiten sind für mich eine Zeitmaschine. In dem Moment, in dem ich sie in den Mund stecke und sich der typische, immer gleiche Geschmack ausbreitet, bin ich wieder sechs oder zehn oder zwölf Jahre alt. Und zwar nicht “Ich-bin-zwölf-die-Welt-ist-böse-und-alle-sind-fies-zu-mir”, sondern “Ich-bin-zwölf-das-Leben-ist-spannend-und-alles-ist-gut”. Wie praktisch!! Wäre ich nicht selbst der größte Konsument dieser Leckereien, könnte ich daraus ein Riesengeschäft machen.

Die Vanillekipferl meiner Großmutter stehen in der Kategorie dieser kulinarischen Zeitmaschine ziemlich weit oben. Seit ich denken kann, versorgt sie Familie und Freunde jedes Jahr ab Mitte November damit. Ich habe noch nie bessere Vanillekipferl gegessen (klar, das sagt jeder über den Kuchen/die Plätzchen seiner Oma). Daher gehört ihr Rezept in meine Rubrik “Back-Special”.

Meine Großmutter kommt aus Österreich, ist 90 Jahre alt, sieht aus wie 75 und hat einen Humor wie eine 20-Jährige. Das Geheimnis ihrer Vanillekipferl sind die reichhaltigen Zutaten (Hauptbestandteile: Mandeln und Butter. Also eine ganz magere Sache…) und das vorsichtige Formen. Sie nennt das “wutzerln”. Aha. Dann ist doch alles klar!

Hier das Rezept für eine große Dose voller Vanille-Mandel-Glück:

Zutaten:

  • 250 g weiche Butter
  • 400 g gemahlene Mandeln ohne Haut
  • 200 g Mehl
  • 100 g Puderzucker

Zum Wälzen:

  • 4 Pck. Bourbon-Vanillezucker
  • 5 EL Puderzucker

1. Gebt alle Zutaten (außer dem Vanille- und Puderzucker zum Wälzen) in eine große Schüssel und vermengt sie mit den Händen zu einem glatten Teig. Dazu müsst ihr eine Weile kneten, aber es wird belohnt!

2. Nehmt eine etwa walnussgroße Menge Teig, rollt sie erst zwischen den Händen und dann kurz auf der bemehlten Arbeitsfläche zu einer kleinen schmalen Rolle (das ist das “wutzerln”! “Bitte mit Gefühl!” sagt Großmutter.). Dann formt ihr sie in der Hand zu einem Kipferl und legt sie auf ein mit Backpapier belegtes Blech. Lasst ein wenig Platz zwischen den Kipferln, sie gehen noch ein bisschen auf.

3. Backt die Kipferl bei 180 Grad Umluft im Ofen auf der unteren Schiene etwa 8 Minuten. Da jeder Ofen anders ist, achtet bitte darauf, dass sie nicht zu dunkel werden. Wenn sie an den Spitzen leicht goldgelb werden, sind die Kipferl gut.

4. Mischt in einem tiefen Teller Vanille- und Puderzucker. Holt die Kipferl aus dem Ofen und lasst sie ganz kurz auskühlen. Dann wälzt ihr sie noch warm in der Zuckermischung, so dass alle Seiten schön bedeckt sind.

5. Lasst die Kipferl komplett auskühlen und bewahrt sie in einer mit Backpapier ausgelegten Blechdose auf. Oder esst gleich alles auf!!

Mit einem winterlichen Früchtetee schmecken die Kipferl besonders gut. Oder natürlich mit Kaffee… Danke, liebe Großmutter, für dieses herrliche Kipferl-Rezept!

Was sind eure Lieblingsplätzchen? Und was ist eure kulinarische Zeitmaschine?

Süße Grüße!!

P.S.: Nach dem Backen fragte mich meine Großmutter, was denn nun eigentlich mit ihrem Urheberrecht an diesem Rezept sei, wenn ich das einfach so veröffentliche…

6 Comments

  1. … und was ist jetzt mit dem Urheberrecht? =)

    P.S. Ich kann wirklich bestätigen, diese Kipferl sind der echte Geschmackshammer!!!

  2. Danke für den lieben Kommentar auf meinem Blog! Hab mich sofort in deinen Blog verliebt denn ich habe echt die totale Schwäche fürs Backen…ist ein großes Hobby von mir. Erst vor zwei Tagen habe ich lustigerweise auch Vanillekipferl gebacken aber meine sahen nicht annähernd so schön aus wie diese… hätte ich doch vorher dieses Rezept gesehen …;-) Naja, die Weihnachtszeit ist ja noch ein bißchen 🙂 Viele liebe Grüße

  3. wieso habe ich die verpasst? Ich erinnere mich GUT an die Kostprobe aus dem letzten Jahr…… ;o))

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*