Post aus meiner Küche: Das Ergebnis

Viel schneller als gedacht rückte die Woche näher, in der ich meine Post aus meiner Küche verschicken konnte. Mit meiner Tauschpartnerin hatte ich vorher schon Kontakt aufgenommen, um sicherzugehen, dass sie auch nicht in Urlaub ist, wenn das Packerl kommt.

Nun musste ich also überlegen, was ich zum Thema Picknick machen wollte. Kuchen, das war klar. Am besten in diesen kleinen niedlichen Weck-Gläsern, so dass er sich auch gut verschicken lässt und eine Zeit lang hält. Und dann noch was Herzhaftes, das gehört zum Picknick ja schließlich dazu. Ich dachte an selbstgebackenes Brot. Ich hatte nur einmal unter Anleitung Brot gebacken, aber das war ja wohl kein Problem!! Schnell hab ich daher ein Rezept rausgesucht, mit einigen Zutaten noch etwas veredelt, den Teig zubereitet und gehen lassen und ab in den Ofen damit.

Nach kurzer Zeit roch es schon sehr gut und ich holte zwei kleine Laibe Knusperbrot aus dem Ofen. Ich konnte es kaum erwarten, das Ergebnis zu verkosten (daher zwei Laibe: einen für mich zum Testen und einen für meine Tauschpartnerin). Der erste Bissen schmeckte etwas… wie soll ich sagen… neutral, aber ich sagte mir, das lag daran, dass das Brot noch so warm war.

Der größte Unterstützer meines Backwahns bekam natürlich auch ein Stück zu probieren. Sein Urteil fiel anders aus: “Hm…., es fehlt Salz!” Als er mein enttäuschtes Gesicht sah, sagte er eilig: “Ich sag dir immer die Wahrheit, wie’s schmeckt! Dann ist mein Lob auch ehrlich und viel mehr wert!!” Da hat er recht. Leider riss er damit meine schöne, weiche, warme Decke der Selbsttäuschung weg. Der Gedanke “Ich habe mein erstes superleckeres Knusperbrot für meine Tauschpartnerin gebacken und sie wird sich riesig freuen.” wurde nun leider zu “Ich hab mein erstes stinklangweiliges Knusperbrot gebacken und würde mich beim Bäcker lautstark beschweren, wenn er es wagen würde, mir so etwas Geschmacksarmes vorzusetzen.” Statt warmer Selbsttäuschungsdecke also die kalte und kratzige Wahrheit. Nun ja. Soll ja den Charakter stärken.

Ich nahm mir vor, am nächsten Abend ein neues Brot zu backen. Als ich aber von der Arbeit nach Hause kam, erwartete der größte Unterstützer meines Backwahns mich mit den Worten: “Ich hab noch etwas von deinem Brot gegessen. Ist inzwischen ganz schön trocken. Das hättest du niemals verschicken können!” Damit ich mich klar ausdrücke: Der größte und leidenschaftlichste Unterstützer meines Backwahns ist ein freundlicher und herzensguter Mensch. Er äußert sich unermüdlich immer wieder begeistert über meine Back-Kreationen. Niemand lobt meine Kuchen und Törtchen so wie er. Wenn sie gut sind. Dafür sagt er auch gnadenlos die Wahrheit, wenn’s nix schmeckt. So wie mein Brot.

Ich verabschiedete mich also von dem Gedanken, ein leckeres Knusperbrot zu backen, denn die Gefahr, wieder einen trockenen geschmacksneutralen Knusperstein aus dem Ofen zu ziehen, erschien mir zu groß. Stattdessen backte ich herzhafte Käseplätzchen. Ausreichend Butter und Emmentaler sorgen dafür, dass das Ganze nicht zu trocken wird!

Hier das Rezept für etwa 20 große Plätzchen:

  •  125 g Mehl
  • 125 g geriebenen Emmentaler
  • 2 EL Crème fraiche
  • 80 g Butter
  • 1 Prise Salz
  • 1 Eigelb
  • gemahlene Paprika, Sonnenblumenkerne oder andere Körner nach Belieben

1.  Verknetet alle Zutaten miteinander zu einem glatten Teig. Stecht Plätzchen daraus aus.

2. Streicht die Plätzchen mit Eigelb ein und verziert sie nach Belieben mit Körnern oder gemahlenem Paprika.

3. Backt die Plätzchen bei 210 Grad (Umluft) etwa 6 Minuten. Da jeder Ofen anders ist, achtet bitte darauf, dass die Plätzchen nicht zu dunkel werden und nehmt sie ggf. vorher aus dem Ofen.

In das “Post aus meiner Küche-Paket” kamen außerdem ein Apfel-Zimt-Küchlein und ein Himbeer-Küchlein für meine Tauschpartnerin. Das Verpacken machte mir besonderen Spaß! Ich habe übrigens auch ein süßes Paket mit Caipirinha-Küchlein und Limetten-Sirup bekommen. Danke, Daniela!

Macht ihr beim nächsten Mal “Post aus meiner Küche” mit? Was schickt ihr?

Süße Grüße!

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