Back-Special: Omas Marmorkuchen

Den folgenden Satz hört man in Deutschland täglich wahrscheinlich 1000 Mal: “Den besten Marmorkuchen (austauschbar durch “Nusskuchen”, “Schwarzwälder Kirschtorte”, “Apfelstrudel” etc.) macht meine Oma (austauschbar durch “Mama”)!” Alle, die sich diesen Satz im Laufe einer Unterhaltung anhören müssen, denken sich “Jaja…Gähn…”. Und die Person mit der begabten Back-Oma/-Mama sagt dann eilig “Nee, wirklich, is so!!”

Ich bin da keine Ausnahme. Meine Oma macht für mich und meine gesamte Familie den besten Marmorkuchen. Ich habe mir lange überlegt, ob ich dieses uns so heilige Rezept teilen soll. Aber was hat man davon, wenn man ein köstliches Rezept für sich behält? Eben. Nix. Beim Teilen wird der Genuss jedoch größer. Daher kommt hier der erste Teil meines Back-Specials, in dem ab sofort regelmäßig jahrzehntelang erprobte Rezepte meiner Familie vorgestellt werden. Den Anfang macht eben der berühmte Marmorkuchen meiner Oma.

Meine Oma ist das, was man eine patente Frau nennt. Sie ist 87 Jahre alt, wohnt allein und selbständig in ihrem Haus und sagt immer geradeheraus, was sie denkt. Sie backt jede Woche mindestens zwei Kuchen. Als ich sie gefragt habe, ob sie mit mir ihren Marmorkuchen backt, damit ich die Bilder auf meinen Blog (zum besseren Verständnis nannte ich ihn “meine Back-Internetseite”) stellen könnte, war sie sofort einverstanden. Die einzige Bedingung: “Aber ich will nicht aufs Bild!”

Die Zubereitung ist ganz einfach, denn der Teig ist ein Rührteig. Ich vermute, die besonders reichhaltigen Zutaten und der Rum machen den Kuchen so lecker. Und natürlich die jahrzehntelange Erfahrung!

Hier das Rezept für eine große Kastenform:

Zutaten:

  • 250 g Butter
  • 400 g Zucker
  • 6 Eier
  • 450 g Mehl
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 1/8 Liter Milch
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1/2 TL Zimt
  • 3 gehäufte Esslöffel Kakao
  • evtl. 3-4 Esslöffel Milch
  • Rum

1. Schlagt die Butter, den Zucker und den Vanillezucker in der Küchenmaschine oder mit dem Schneebesen des Handrührgeräts schaumig auf. Gebt nach und nach die Eier hinzu.

2. Mischt das Mehl, das Backpulver und die gemahlenen Mandeln und rührt die Mischung nach und nach und im Wechsel mit der Milch unter die Eier-Butter-Zucker-Mischung, so dass ein glatter Teig entsteht.

3. Gebt jetzt einen Schuss Rum nach Belieben dazu (O-Ton Oma: “Sei damit nicht so sparsam, soll ja nach was schmecken!”). Füllt zwei Drittel des Teigs in die gefettete und gemehlte Kastenform.

4. Siebt den Kakao zu dem restlichen Teig in der Rührschüssel und mischt ihn zusammen mit dem Zimt unter. Falls der Teig zu dickflüssig wird, gebt etwas Milch dazu.

5. Gießt den dunklen Teig auf den hellen Teig und zieht ihn mit einer Gabel spiralförmig darunter.

6. Backt den Kuchen bei 160 Grad für 30 Minuten in der Mitte des Backofens, stellt dann die Temperatur auf 140 Grad und backt den Kuchen nochmals 35 Minuten. Da jeder Ofen anders ist, achtet bitte darauf, dass der Kuchen nicht zu dunkel wird. Wenn an ihr mit einem Metallstäbchen in den Kuchen stecht und keine Krümel mehr daran zurückbleiben, ist der Kuchen gut. Lasst ihn gut auskühlen.

Um zu sehen, ob ich die hohe Kunst des Marmorkuchen-Backens auch beherrsche, probierte ich das Rezept gleich zuhause aus. Allerdings nicht in einer Kastenform, sondern in meinen Törtchenformen aus Silikon und natürlich bei viel kürzerer Backzeit. So sehen meine Marmortörtchen aus:

Ihr könnt den Kuchen mit Puderzucker oder Schokolade dekorieren. Ich lasse ihn aber auch oft ganz pur. Meine Freunde, die sie heute essen durften, sagten dazu nur: “Mmmmhhh…” Ich werte das jetzt mal positiv. Danke, liebe Oma, für dieses wunderbare Rezept!

Was ist euer liebstes Familienrezept? Gelingt es euch auch immer so, wie es sein soll?

Süße Grüße!!

P.S.: Als wir mit dem Backen fertig waren und ich das letzte Foto geschossen hatte, sagte meine Oma übrigens nur: “Na, da bin ich ja mal gespannt, ob die das nun auch nehmen im Internet.”

4 Comments

  1. Großartig, Resa!! Auch ich halte ein Rezept für Marmorkuchen in liebevoller Erinnerung an meine Oma…das natürlich das beste der Welt ist 😉
    Deine neue Rubrik finde ich toll und auch die dazu geäußerte Einstellung:
    …”Aber was hat man davon, wenn man ein köstliches Rezept für sich behält? Eben. Nix. ”

    Ich bin froh, dass dieses Internet deinen Eintrag aufgenommen hat! Und das letzte Foto ist einfach nur rührend und wunderschön.
    Besitos, S.

  2. Ich kann bestätigen, dass Deine Oma wirklich den besten Marmorkuchen macht!! Und Du scheinst ihre Gene zu haben und machst traumhafte Marmormuffins…der Geschmack hat mich an Kindertage in der Neumannstraße erinnert…:) Fehlt nur noch der Frankfurter Kranz, mmmhh!

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