Gut missglückt: Knusprige Apfeltarte

Gut organisiert läuft der Alltag ja fast wie von selbst, könnte man meinen, wenn man den ganzen Orga-Profis, Lebensratgebern und Youtubern glaubt. Kein Wunder, dass es bei mir nicht so ist. Denn immer wenn ich denke, „heute hab ich an alles gedacht, heute läuft alles reibungslos!“ – bähm! – läuft es anders. So geschehen vor einiger Zeit, als ich zu einem entspannten Nachmittagskaffee bei meiner Freundin eingeladen war und an meinem freien Vormittag noch eine herbstliche Apfeltarte backen wollte. Geht ja fix, dachte ich, und die Zutaten dafür hab ich eh immer im Haus. Mache den Kühlschrank auf, hole alles raus und stelle fest – mein Mann hatte morgens das letzte Ei verputzt.

Kuchen ohne Ei – hmm, geht, aber Apfeltarte? Da gehört eigentlich schon in den Mürbeteig ein Ei, ganz zu schweigen vom Guss. Aber es blieb mir ja nun nichts anderes übrig. Also hab ich den Mürbeteig ohne Ei, mit ein klein wenig mehr Butter und einer winzigen Menge eiskaltem Wasser geknetet. Das Ergebnis wurde beim Backen erstaunlich knusprig und mürb! So köstlich kann ein Irrtum sein…

Statt des aus Ei, Butter, Marzipan und Zucker gerührten Gusses hab ich einfach eine gute Menge Marzipan geraspelt und zusammen mit etwas Apfelmus (hatte ich tatsächlich noch da!) auf den Mürbeteigboden gegeben, bevor ich die dünn geschnittenen Apfelscheiben darauf drapiert habe. Richtig saftig wird das Ganze dann mit etwas Quittengelee, das nach dem Backen auf dem noch heißen Kuchen verteilt wird.

Hier das Rezept  für eine Tarte von etwa 28 cm Durchmesser:

Zutaten:

Für den Teig:

  • 200 g Mehl
  • 140 g Butter
  • 70 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • einige Spritzer eiskaltes Wasser 

Für den Belag:

  • 75 g Marzipanrohmasse
  • 4-5 EL Apfelmus
  • 4 große Äpfel
  • 3 EL Quittengelee
  • Zitronensaft

1. Verknetet alle Zutaten für den Mürbeteig, bis sich eine Teigkugel bildet. Klopft diese auf der Arbeitsfläche zu einem flachen Fladen (dieser lässt sich später einfacher ausrollen), wickelt ihn in Frischhaltefolie und lasst ihn etwa eine Stunde im Kühlschrank ruhen. 

2. Wascht und schält die Äpfel und schneidet sie ihn dünne Scheiben. Damit sie nicht braun werden, beträufelt ihr sie mit etwas Zitronensaft. Rollt den Teig passend für eure Tarteform aus und kleidet die gefettet Form damit aus. Drückt den Teig am Rand gut an. 

3. Raspelt die Marzipanrohmasse direkt auf den Teig und verteilt sie gut. Gebt das Apfelmus darauf und verstreicht es vorsichtig. Jetzt legt ihr die Apfelscheiben kreisförmig von außen nach innen auf die Masse. 

4. Backt die Tarte im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Umluft auf der mittleren Schiene für etwa 40 bis 45 Minuten. Da jeder Ofen anders ist, achtet bitte darauf, dass die Tarte nicht zu dunkel wird. Wenn die Ränder goldbraun sind, ist sie gut. Nehmt sie aus dem Ofen.

5. Erwärmt das Quittengelee in einem kleinen Topf leicht, so dass ihr es glatt rühren könnt. Verteilt es mit einem Pinsel schnell auf der noch heißen Tarte. Lasst sie noch etwas abkühlen und dann – ab auf den Kaffeetisch damit!

Ist euch auch schon mal etwas „gut missglückt“? Meine Freundin und ich haben die Tarte jedenfalls genossen!

Süße Grüße!

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