Törtchenfieber 2.0: Mein Törtchenkurs bei TörtchenTörtchen

Meine Familie und Freunde haben immer das gleiche Problem, wenn sie mir etwas zum Thema Backen schenken möchten: Entweder ich habe es schon. Oder ich habe es nicht, dann hat es einen Grund (Stichwort „Schnick-Schnack-braucht-kein-Mensch-meine-Schränke-sind-eh-voll“). Einzige Ausnahme: Plätzchenausstecher (könnten meine neue Sucht werden) und schöne(!) Cupcake-/Muffinförmchen.

Mein Mann, der ja bekanntlich viele, viele Ideen hat, hatte zum letzten Weihnachtsfest eine Bombenidee: Er schenkte mir einen Törtchenkurs! Haha, ich klatsche jetzt noch in die Hände vor Begeisterung. Veranstalter war die Pâtisserie TörtchenTörtchen in Köln. Ich hatte vorher schon von TörtchenTörtchen gehört, denn der Pâtissier und Mitinhaber von TörtchenTörtchen, Matthias Ludwigs, hat mehrere sehr schöne Backbücher verfasst, die sich auch in meiner Sammlung befinden (z. B. „Süß & Trendy“ und „Törtchen & Tartelettes“).

So ging es also vergangene Woche nach Köln, wo wir in der Eventlocation und Produktionsstätte von TörtchenTörtchen am späten Nachmittag unseren fast vierstündigen Kurs besuchten. Die Eventlocation ist ein ehemaliger Pferdestall und hat heute einen modernen Industrial Chic. Viel Platz, moderne Ausstattung und der süße Duft von Gebäck, Früchten und Schokolade zeichnen die Location aus. Nach einem Begrüßungs-Apéritif und einer kurzen Einführung von unserer Kursleiterin Lara ging es direkt los. Aus Platzgründen widmet sich dieser Post ausschließlich dem Kurs selbst, das Rezept zu den Törtchen wir in einem separaten Post veröffentlicht.

Jeder von uns elf Teilnehmern bereitete vier Schoko-Cassis-Törtchen und je vier Mini-Schoko- bzw. Cassis-Tartelettes zu. Was gibt es Besseres, als mit der Aussicht zu starten, zwölf köstliche Törtchen mit nach Hause zu nehmen?! Wir begannen damit, eine rosa eingefärbte Hippenmasse herzustellen, die später als Verzierung für den Biskuit dienen sollte. Eine hübsche Kleinigkeit, die für zuhause aber nicht unbedingt nötig ist. Die Masse wird mit einer Winkelpalette sehr dünn und gleichmäßig auf eine Silikonbackmatte gestrichen. Mit einer gezackten Palette durften wir Muster in die Masse ziehen. Die Bleche mit der Hippenmasse kamen in den Schockfroster, damit sie fest wurden. In dieser Zeit bereiteten wir den Biskuit vor.

Biskuit soll leicht und fluffig sein, klar. Und dazu werden Eigelb und Eiweiß getrennt verarbeitet, nämlich das Eiweiß steif geschlagen. Aber wisst ihr was? Steif schlagen ist hier gar nicht der richtige Ausdruck. Lara hat uns nämlich zwei Dinge erklärt: Um Eiweiß aufzuschlagen, sollte man nicht die höchste Stufe des Handrührgeräts bzw. der Küchenmaschine nehmen (öhm, so wie ich immer…). So entstehen nämlich größere Blasen im Eischnee, die später leichter zerplatzen und dem Biskuit die Fluffigkeit nehmen. Stattdessen lieber nur auf mittlerer Stufe, aber dafür etwas länger schlagen. Außerdem sollte der Eischnee gar nicht richtig steif sein, sondern eher cremig. So lässt er sich nämlich am besten in die Eigelb-Mehl-Mischung einarbeiten, ohne wieder zu viel Luft zu verlieren. Zu steifer Eischnee muss länger untergerührt werden und die mühsam geschaffenen Luftbläschen zerplatzen wieder. Logisch!

Nun wurde also der Biskuit auf die rosa Hippenmasse gestrichen, so dass sich beides beim Backen verbinden konnte. Wir schnitten passgenaue Teigstreifen und -kreise aus, die wir in Dessertringe aus Metall legten. Diese bildeten quasi den Rahmen für unsere Törtchen uns sahen so aus:

In diese vorbereiteten Förmchen kam eine luftige Schokoladenmousse (ganz einfach aus Kuvertüre, flüssiger Sahne und geschlagener Sahne hergestellt), die mit einer Spritztülle eingespritzt wurde. Mit drei schwarzen Johannisbeeren gekrönt, kam auf die Schokomousse nun die fruchtige Cassismousse. Diese wird aus fertigem Cassispürree, Gelatine, Eigelb, etwas Zucker und Schlagsahne zusammengerührt. Bei der Schlagsahne gilt übrigens das Gleiche wie vorhin beim Eiweiß: nicht zu fest schlagen, sondern eher cremig. Sonst geht die Fluffigkeit verloren.

Beim Einspritzen der Mousse sollten wir darauf achten, die Tülle tief im Förmchen anzusetzen und beim Füllen nur leicht nach oben zu ziehen. So gelangen keine Luftbläschen in die Törtchen, die sich am Ende als Streifen in der Mousse zeigen würden. Die Oberflächen strichen wir wieder schön glatt.

Die Törtchen kamen nun in den Schockfroster – zuhause wären das etwa drei Stunden Tiefkühltruhe. Zum Endspurt holten wir die Törtchen wieder heraus, bestrichen die Oberfläche mit Cassiskonfitüre und verzierten die Kunstwerke – fertig! Boah, war ich stolz! Sehen die nicht super aus?!

Zwischendurch machten wir noch eine kleine Pause bei Cappuccino und Törtchen, bevor wir unsere selbstgemachten Törtchen verpacken und mit nach Hause nehmen durften. Der ganze Kurs hat so viel Spaß gemacht und ich bin noch ein wenig mehr im Törtchenfieber!! Vielen Dank an Lara, Lena und das gesamte Team von TörtchenTörtchen. Und vor allem an den größten Unterstützer meines Backwahns!

Süße Grüße!

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